Orientalischer Krippenstall aus Holz
Material: Holz, polychrome Bemalung
Größe: 21,5 cm hoch, 25,5 cm breit, 9,5 cm tief
Alter: um 1880 / 1900
Herkunft: Tschechien, Grulich
Zustand:
Schöner, gebrauchter Zustand mit normalen Altersspuren, siehe Fotos.
Beschreibung:
Außergewöhnlicher sehr aufwendig gearbeiteter antiker Krippenstall in orientalischer Architektur, gefertigt um 1880/1900. Die aufwendig gestaltete Holzarbeit zeigt eine eindrucksvolle, burgartige Fassade mit zwei seitlichen Türmen, Zinnen, Rundbogenöffnungen und einem erhöhten Mittelbau. Durch die plastische Gliederung und die detailreiche Gestaltung besitzt der Stall eine besonders dekorative und repräsentative Wirkung. Die Vorderseite ist von Hand polychrom bemalt. Aufgemaltes Mauerwerk, farblich abgesetzte Fenster, Gesimse und architektonische Schmuckelemente unterstreichen den orientalischen Charakter. Einzelne Partien sind beglimmert und verleihen der Krippe einen dezenten, festlichen Glanz. Die originale Bemalung ist altersbedingt berieben und bestoßen; gerade diese authentischen Gebrauchsspuren und die gewachsene Patina machen den besonderen historischen Reiz des Stückes aus. Der Stall eignet sich besonders für Krippenfiguren mit einer Größe von etwa 5 bis 7 cm.
Auf der Unterseite befinden sich alte Wurmlöcher. Diese sind nicht mehr aktiv. Insgesamt befindet sich die Krippe in einem schönen, altersgemäß gebrauchten Zustand mit den üblichen Spuren der Zeit. Da sich die Bodenplatte im Laufe der Jahre geringfügig verzogen hat, wackelt die Krippe beim Aufstellen etwas. Falls dies als störend empfunden wird, lässt sich die Unebenheit unkompliziert durch einen kleinen, untergeklebten Filzstreifen ausgleichen. Ein ausdrucksstarkes und dekoratives Original aus der Zeit um 1880/1900 – ideal für Sammler historischer Weihnachtskrippen, als Ergänzung einer hochwertigen Figurensammlung oder als stimmungsvolles Ausstellungsstück.
Grulicher Krippenfiguren
Grulich das heutige Králiky in Tschechien liegt am Fuße des Adler Gebirges in Nordböhmen. Nach dem Verbot der Aufstellung von Weihnachtskrippen in Kirchen durch Kaiser Joseph II. begann ende des 18. Jahrhunderts im Grulicher Raum eine beachtliche Produktion von Krippenfiguren für den Hausgebrauch. Es gibt viele Varianten der Grulicher Figuren die sich teilweise durch grob geschnitzte, teilweise durch sehr fein geschnitzte Figuren auszeichnen. Die Schnitzer im Adlergebirge waren meist Saisonarbeiter, die von Oktober bis März zu Hause in ihren bescheidenen Wohnstuben an der Schnitzbank saßen und dann im Frühjahr als Handwerksburschen auf Wanderschaft gingen. Frauen und Kinder betätigten sich mit dem Bemalen der geschnitzten Figuren. Schlechte Bezahlung und die aufkommende Industrialisierung führten ende des 19. Jahrhunderts zum rapiden Niedergang der Grulicher Krippenschnitzerei.