Gablonzer Ornament
Material: Glasperlen, Glas, Draht
Größe: 22 cm hoch, 8 x 7 cm
Alter: erste Hälfte 20. Jahrhundert
Herkunft: Tschechien, Gablonz
Zustand:
Sehr guter gebrauchter Zustand.
Beschreibung:
Außergewöhnlich aufwendig gearbeitetes Ornament aus verspiegelten Glasperlen und farbigen Glasstäben. Im Zentrum befindet sich eine große rosafarbene Glaskugel, die von zahlreichen silberfarbenen und kräftig pinkfarbenen Kugeln sowie beweglich aufgehängten Perlengehängen umgeben ist. Die kunstvolle, mehrteilige Konstruktion und die imposante Größe verleihen dem Ornament eine besonders prachtvolle Wirkung. Vergleichbare Exemplare sind in dieser Größe nur sehr selten erhalten geblieben. Ein sammlerwürdiges Original aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit authentischen altersbedingten Gebrauchsspuren.
Geschichte zur Herstellung des Gablonzer Glasperlenschmuck
Die Herstellung des Gablonzer Glasperlenschmuck hat eine lange Tradition. Die Geschichtsschreibung begann um das Jahr 1550 in Gablonz / Sudetenland (heutiges Tschechien) und entwickelte sich im Zusammenhang mit der Bijouterie und Glasbranche. Damals entstanden die ersten Glashütten und daraus wiederum Glasschleifereien. In den unzähligen Gablonzer Familienbetrieben wurden aus Glasröhren, die Perlen vor einem Öllämpchen mit Blasebalgverstärkung, oder später mit einer Art Bunsenbrenner aufgeblasen. Auf diese Weise entstanden die frei aus der Hand ohne formgebende Hilfsmittel aufgeblasenen "Freihandperlen". Später blies man die Glasröhren, auch wieder vor der „Lampe", mit Hilfe einer in dieser Region entwickelten Perlenformmaschine zur „Formperle" auf. Vater und Großvater waren in der Regel für das Aufblasen der Perlen zuständig. Dieses Perlenmaterial reihten danach Mutters und Großmutters fleißige Hände auf Draht zu bestimmten Formationen auf.
Antiker Gablonzer Christbaumschmuck ist mittlerweile unter Kennern hoch geschätzt und gilt als begehrtes Sammlerobjekt.