Vogel mit angeschmolzenem Hänger
Material: Glas, Schwanz aus Glasfaser
Größe: 13 cm lang
Alter: um 1920
Herkunft: Deutschland, Lauscha
Zustand:
Guter gebrauchter Zustand. Verspiegelung ist im hinteren Teil bei der Öffnung ca. 2 cm matt. Der weiße Fleck am Kopf ist eine Lichtspiegelung.
Beschreibung:
Antiker Glasvogel aus Lauscha, entstanden um 1920. Der verspiegelte Glaskörper ist mit Gelatine von Hand bemalt und zeigt ein schönes Farbspiel aus kräftigem Pink, Gold und Silber. Plastisch ausgearbeitete Federn, schwarze Akzente an den Flügeln und der lange, spitze Schnabel prägen die detailreiche Gestaltung. Ein heller, feiner Faserschweif ergänzt das Erscheinungsbild. Die Aufhängung erfolgt über eine kleine Öse am Rücken. Die beriebene Bemalung und die gealterte Verspiegelung verleihen dem Vogel seine besondere alte Patina. Ein sammelwürdiges Stück historischen Lauschaer Christbaumschmucks. Garantiert alt – keine Reproduktion.
Glasschmuck aus Lauscha / Christbaumschmuck aus Glas
Der gläserne Christbaumschmuck wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem durch Heimarbeiter in Thüringen angefertigt. Einer Legende zufolge stammt die Idee, farbige Kugeln aus Glas für den Christbaum herzustellen, von einem armen Lauschaer Glasbläser, der sich im Jahr 1847 die teuren Walnüsse und Äpfel nicht leisten konnte. Er soll deshalb Glasfläschchen zu Glasschmuck für den Weihnachtsbaum aufgeblasen haben. Belegen lässt sich diese Geschichte nicht! Das Rohmaterial musste von einer Glashütte bezogen werden und war jedenfalls nicht umsonst. Erhalten ist das Auftragsbuch eines Glasbläsers, in dem 1848 zum ersten Mal ein Auftrag über sechs Dutzend „Weihnachtskugeln“ in verschiedenen Größen vermerkt ist. Sie wurden also nicht für den eigenen Baum hergestellt. In den Anfängen der Herstellung nutzten die Glasbläser eine gesundheitsschädliche Legierung aus Zinn und Blei zur Verspiegelung der Glasoberflächen. Ab 1870 bekamen die Kugeln ihren Glanz durch Silbernitrat, das auch heute noch bei der Spiegelherstellung benutzt wird. Den Vertrieb übernahmen die Verlagshäuser aus Sonneberg. Die Massenfertigung dieses neuen Baumschmucks wurde durch den Bau einer Gasanstalt im Jahr 1867 in Lauscha ermöglicht, denn nur eine sehr heiße Gasflamme ermöglichte das Blasen großer und dünnwandiger Kugeln. Vorher waren die Bunsenbrenner mit Rüböl und Paraffin betrieben worden. Die verspiegelten Kugeln wurden danach von den Familienangehörigen in Farbe getaucht und teilweise auch noch mit Glimmerpartikeln versehen. 1870 gelang es Justus von Liebig, Glaskörper mit einer Silberlösung zu beschichten und zum Glänzen zu bringen. Um das Jahr 1880 importierte der US-Amerikaner Frank Winfield Woolworth die ersten Christbaumkugeln in die Vereinigten Staaten. Dadurch wurde die Produktion stark ausgeweitet.